VW weiterhin auf Talfahrt

Oh VW – was ist da nur aus dir geworden. Jahrzehntelang hast du uns mit Premium-Fahrzeugen für die Masse verwöhnt. Und die gibt es auch weiterhin. Zu Premium-Preisen. „Uns“ Deutsche scheint das nicht weiter zu stören. Denn in Deutschland läuft das Geschäft gut wie selten zuvor.

Quelle: Volkswagen AG

Quelle: Volkswagen AG

Doch abseits vom deutschen Kerngeschäft läuft es für VW alles andere als prickelnd. Der chinesische Markt macht dem deutschen Autobauer schwer zu schaffen. Und nicht nur das. Die Aktie verlor seit März immerhin rund 40 Prozent ihres Werts. Vom Allzeithoch der Aktie ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Mag sein, dass die Aktie im 5-Jahres-Check immer noch eine Rendite von 112 Prozent erbracht hat. Doch Investoren und Kleinanleger interessieren sich nicht für die Vergangenheit, sondern für die Zukunft. Und Fakt ist: VW hat Mist gebaut. Und davon nicht zu wenig. Im 12-Monats-Check verlor die Aktie zwar „nur“ 4 Prozent, allerdings gab es in den ersten 6 Monaten des 12-Monats-Checks wenigstens noch eine Wertsteigerung. Seit März passiert nichts, null, nada, niente. Zumindest nichts positives.

Der Streit um die Führung bei VW hat dem Aktienkurs dabei sicher nicht geholfen. Kein Wunder, denn das wochenlange medienwirksame Spektakel um Piech und Winterkorn hat den Anlegern gründlich die Stimmung versaut.

Anleger werden, wenn es um Verkaufszahlen und Rendite geht, schnell ungeduldig. Das hat der August mal wieder gezeigt, als tausende Kleinanleger voreilig ihre Aktien veräußerten, weil der Kurs zeitweise um 20 bis 30 Prozent eingebrochen war. Davon blieb auch VW natürlich nicht verschont, so dass im August der Kurs um insgesamt rund 10 Prozent zurück ging. Zwar hat der allgemeine Kurseinbruch (Schwarzer Monat) seine Ursache eher in China, jedoch zeigt es, dass Anleger vorsichtig sein müssen.

Das sind die Baustellen von VW

Im ersten Halbjahr gingen die Verkaufszahlen von VW in China um 7 Prozent zurück! Möchte der Konzern also steigende Aktienkurse haben, dann sollte er sich dringend um bessere Verkaufserfolge in Asien bemühen. Denn da rund 40 Prozent der Fahrzeuge in Asien verkauft werden, macht sich das natürlich bemerkbar.
Auch die Rendite je Fahrzeug stimmt nicht. Die liegt nämlich bei gerade einmal 2 Prozent je Fahrzeug. Deutlich zu wenig für ein Premium-Fahrzeug. Schon eine ungeplante Rückrufaktion könnte den Jahresgewinn ins schwanken bringen.
Auch der Trucksektor (über die Tochtergesellschaft MAN) macht VW immer noch zu schaffen, da das Geschäft nicht so wirklich laufen will. Daimler kann man das Geschäft allerdings auch nicht überlassen, so dass hier dringend neue Ideen gefragt sind.

Fazit: VW war ist und bleibt in Deutschland ein wichtiger Arbeitgeber. Doch der allgemeine Sparzwang und die rückläufigen Verkaufszahlen verheißen nichts gutes. Wer Aktien an VW hält, der sollte eventuell über eine Umschichtung nachdenken.



Von sonja

Letze Änderung: 27. August 2015